1 Hintergrund,
Rücklauf
Im Sommer 2002 wurde im Rahmen einer Kooperation
der südwestfälischen Industrie- und Handelskammern Arnsberg,
Hagen und Siegen eine Befragung zum Thema Innovations- und Ideenmanagement
unter Mitgliedsunternehmen durchgeführt. Angeschrieben wurden
alle Mitgliedsunternehmen mit 50 und mehr Mitarbeitern, insgesamt
wurden 1.720 Fragebögen versendet, 121 kamen zurück.
Die Fragen knüpften an eine bereits im
Jahr 1988 von der SIHK Hagen durchgeführte Befragung zum
Thema „Betriebliches Vorschlagswesen“ sowie an eine
Ad-hoc-Befragung unter den Teilnehmern des Branchentages der Verbundinitiative
Automobil VIA NRW im März 2001 an. Die Ergebnisse sollen
Hinweise auf Unterstützungsbedarf und -möglichkeiten
für die mittelständische Wirtschaft durch die Kammern
und das Land NRW geben.
Die Entwicklung des Fragebogens, die Datenerfassung und die Auswertung
führte das unabhängige Beratungsunternehmen Scientific
Consulting Dr. Schulte-Hillen GmbH, Köln durch.
Der weitaus größte Teil der antwortenden
Unternehmen gehört der Metallindustrie an. Die meisten der
Antworten stammen von Unternehmen mit 50 bis 100 Mitarbeitern.
In etwa zwei Drittel der antwortenden Unternehmen gibt es ein
betriebliches Vorschlagswesen. Dabei ist zu erkennen, dass der
Anteil der Unternehmen, die ein Vorschlagswesen anwenden, mit
der Unternehmensgröße erheblich wächst.
2 Besondere Herausforderungen und Gründe
für Innovationen
Auf die Frage, welchen Herausforderungen
sich ihr Unternehmen besonders stellen muss, nannten die weitaus
meisten Unternehmen Preisdruck und Preisführerschaft. Knapp
zwei Drittel der Unternehmen nannte des weiteren Qualitätsführerschaft
sowie den internationalen Wettbewerb als wichtige Herausforderungen.
Anregungen aus dem Vorschlagswesen als Anlass
für Innovationen spielen in den Unternehmen eine größere
Rolle, die bereits ein Vorschlagswesen anwenden, als dies in Unternehmen
ohne Vorschlagswesen der Fall ist.
3 Stand und Handhabung des Vorschlagswesens
in den Unternehmen
80 Unternehmen (das sind zwei Drittel des
Rücklaufs) antworteten auf die Frage, ob es in ihrem Unternehmen
ein betriebliches Vorschlagswesen gibt, mit „ja“.
Im Vergleich zu der Befragung von 1988 stammt ein wesentlich größerer
Anteil der Antworten aus Unternehmen, die bereits ein Vorschlagswesen
anwenden.
An den Befragungen nahmen überwiegend Unternehmen teil, deren
Vorschlagswesen nicht älter als ca. 10 Jahre ist. Sie sind
besonders an Erkenntnissen aus den Ergebnissen interessiert.
Nach wie vor nimmt die Anzahl der Unternehmen,
die ein Vorschlagswesen einführen, von Jahr zu Jahr zu. Das
Thema Vorschlagswesen besitzt (nicht zuletzt auch aufgrund von
Anforderungen für Zertifizierungen) eine hohe Aktualität.
Der Anteil von Unternehmen, die kein Vorschlagswesen haben, nimmt
mit der Unternehmensgröße ab.
Für zwei Drittel der Unternehmen ist
die Anwendung eines betrieblichen Vorschlagswesens mit dem Bestehen
von Betriebsvereinbarungen, systematischen Prämienregelungen
und Bewertungsgremien verbunden. In rund der Hälfte der Unternehmen
mit einem Vorschlagswesen gibt es des weiteren Schulungs- und
Trainingskonzepte sowie einen nebenamtlichen Ideenkoordinator.
Gegenüber den Ergebnissen aus dem Jahr
1988 ist festzustellen, dass ein Ideenmanagement heute häufiger
in Richtlinien oder Vereinbarungen geregelt ist. Dagegen ist die
Nennung eines Bewertungsgremiums von 75% auf ca. 66% zurückgegangen
– möglicherweise ein Hinweis auf eine langsame Entwicklung
in Richtung auf schlankere dezentrale Modelle mit höheren
Befugnissen der direkten Vorgesetzten.
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